Meditativer Campusgang: Religiöse Passagen

Im Rahmen des Seminars: Religiöse Feste und Rituale in kulturellen Kontexten Asiens und Europas (Sommersemester 2015) unternahmen die TeilnehmerInnen auch einen meditativen Campusgang über das Gelände der Universität. Nach einer vorbereitenden Einführung unter einer Weide vor dem Fakultätsgebäude führte der Weg zu folgenden Stationen:


 
Begrüßungs- und Abschlussritual bei jeder Station: Namasté

Einführung durch die Vorbereitungsgruppe

1. Station: An den Spektralringen
Thema: Passagen – Alles hat seine Zeit


— Bibeltext Prediger Salomo 3,1-6:

1
Ein jegliches
hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde.
2 Geboren werden und sterben, pflanzen und
ausrotten,
was gepflanzt ist,
3 würgen und
heilen, brechen und bauen,
4 weinen und
lachen, klagen und tanzen,
5 Steine zerstreuen
und Steine sammeln,
herzen und ferne sein von Herzen,
6
suchen und
verlieren,
behalten und wegwerfen,
7 zerreißen und zunähen, schweigen
und reden,
8 lieben und hassen, Streit und Friede hat seine
Zeit. 

Hören und Schweigen


— Besinnung:  Elton John: Circle of Life

2. Station: „Ruheraum“ im Physikgebäude
Thema: Gebet –
 

„Anweisungen“ für das Verhalten


Ein Raum der Stille und des Gebets
in einer säkular ausgerichteten Universität !

Nachdenken im „Raum der Stille“

Chancen religiöser Vielfältigkeit:  Interreligiöse Räume der Stille

 

 

„Schokoladen“-Rast auf der Mensatreppe

3. Station:
Treppenhaus im Mensagebäude
Thema: Fasten

  • Besinnung auf das Ramadan-Fasten
  • Ritual: Ein Stück Schokolade bewusst essen bzw. für das Fastenbrechen am Abend mitnehmen


 

4. Station: Zwischen Campus und Westfalenstadion 

Besinnung zwischendurch am Feld

Thema: Alltagsreligion 
Besinnung und Kritik: 
Das Glaubensbekenntnis von Borussia Dortmund

Gott, Vater im Himmel, du bist der Schöpfer allen Lebens.
Herr Jesus Christus, du hast uns das leibende Antlitz des vaters gezeigt.
Heiliger Geist, du schenkst und Mut und Kraft, Kretaivität und Stärke, Gemeinschaft und Vertrauen. Dreifaltiger
Gott, Dir
vertraue ich die Geschicke meines Fußballvereins Borussia
Dortmund an.
Alle
Spieler, Verantwortlichen und Fans.
Hier
in unserer Stammkirche Hl. Dreifaltigkeit am Borsigplatz liegen
die Wurzeln,
hier
haben auch die Gründer gestanden
und gebetet. 
So
zünde ich nun ein Licht an und lege darin alle Hoffnungen und Freuden, alle
Ängste und Sorgen.
Möge
das „Fußballspiel“ auch immer wieder ein Zeichen des
Friedens, der Gemeinschaft und des Dialogs zwischen
den Menschen sein.
Mit
Respekt und Anerkennung möchte ich auch den Verlierern begegnen
und so die Fairness im Sport fördern.  Amen.

5. Station (geplant): An der B 1 als Teil des Jakobsweges
Thema: Pilgern
Begleittext –  Paulo Coelho: Auf dem Jakobsweg.
Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela.
Zürich: Diogenes 1999, S. 256

Während des vierzigminütigen Aufstiegs war alles um mich herum und in mir still. Die Sprache, die ich erfunden hatte, war versiegt, ich brauchte sie nicht mehr, um mit Gott und den Menschen zu kommunizieren. Der Jakobsweg »ging mich« … Als ich oben auf dem Gipfel ankam, saß ein Mann neben dem Kreuz und schrieb. Im ersten Moment hielt ich ihn für einen Boten, eine übernatürliche Vision. Doch dann sah ich die Kammuschel auf seinem Hemd. Es war nur ein Pilger, der mich lange ansah und dann ging, weil ihn meine Gegenwart störte. Vielleicht wartete er auf dasselbe wie ich – auf einen Engel -, und beide stellten wir fest, daß der andere nur ein Mensch war. Auf dem Weg der gewöhnlichen Menschen.

Zum Weiter-Gehen: Religiöse und spirituelle Erfahrungen auf dem Jakobsweg:
Paulo Coelho, aao S. 255-263. Als PDF-Datei zum Download = S. 203-209

Zurück in den Alltag

 Die bisherigen „Meditativen Campusgänge“: hier