Deutsche Kolonialgeschichte – Versuche der Aufarbeitung (IRB-Blog-Archiv mit Updates)

Kolonien in Afrika 1914 (wikipedia)

Das Foto zeigt einen Pfahl mit mehreren Straßenschildern in Berlin. Auf der linken Seite steht Manga-Bell-Platz, auf der rechten ist das Schild Petersallee durchgestrichen, darüber ist das Schild Maji-Maji-Alllee angebracht sowie eine Erläuterungstafel zum neuen Straßennamen. Auf der Erläuterungstafel steht: Maji-Maji-Allee: Mitglieder ostafrikanischer Gesellschaften erhoben sich im Maji-Maji-Kampf gegen die deutsche Kolonialmacht 1905-1907 im damaligen Deutsch-Ostafrika, heute: Tansania, Burundi und Ruanda sowie Teile von Mosambik.

Spuren deutscher Kolonialgeschichte – Dossier bpb, 01.10.2026 >>>
Ab 1884 eignete sich das Deutsche Kaiserreich Kolonien in West-, Süd- und Ostafrika sowie in China und im Pazifik an. Die deutsche Kolonialgeschichte hat sowohl in den ehemaligen Kolonien als auch in Deutschland Spuren hinterlassen. Dieses Kurzdossier wirft Schlaglichter auf die Kolonialgeschichte und Debatten, die sich aus ihr ergeben haben. Es liefert außerdem eine Übersicht über bpb-Inhalte zum Thema.

Die Kolonie Deutsch-Ostafrika (LeMO – Lebendiges Museum Onlime) —

>>> Hans Schomburgk: Wild und Wilde im Herzen Afrikas. Zwölf Jahre Jagd- und Forschungsreisen.
Berlin: Deutsche Buchgemeinschaft 1925, 362 S., Abb. — Vorwort von Carl Hagenbeck
IRB-Katalog Nr. 20227 mit Zeitungsausschnitt vom 28.10.1945: Zum 65. Geburtstag des Afrikaforschers Hans Schomburgk —
27.07.1977 — Todestag des Afrikaforschers Hans Schomburgk (WDR III, Zeitzeichen 22.07.2022)
————————————————————————————————————————————————————

>>> Abdulrazak Gurnah:
Nachleben
.
Roman.
Nobelpreis für Literatur 2021

Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: Afterlives. Originalverlag: Bloomsbury, London 2020
München: Penguin Random House 2022,  384 S. – ISBN: 978-3-328-60259-0 – Leseprobe >>>  
Rezension Manuel Müller, NZZ online, 18.10.2022:
Deutschland-treu, bis er im KZ landete – der Nobelpreisträger Gurnah erzählt die Geschichte eines Afrikaners, der für den Kaiser kämpfte. Und unter Hitler ermordet wurde
Hermann J. Hiery: Fa’a Siamani. Germany in Micronesia, New Guinea and Samoa 1884-1914
Wiesbaden: Harrassowitz 2020, X, 284 pp., 5 , illustr., 2 maps, 13 tables
Inhaltsverzeichnis  und Leseprobe >>>
Evangelische Missionare nahmen als Zeichen der erfolgreichen Christianisierung  dieses Behältnis für den rituellen Gebrauch
mit nach Deutschland.
 (LWL-Wanderausstellung 2020-2022: Geschichte der Dinge)

Cover
Sara Müller
: Zeugen des Kolonialismus.
Ethnographische Objekte und die deutsche Vergangenheit in Ozeanien.
Bielefeld: Transcript 2025, 342 S.
ISBN: 978-3-8376-8017-1 — Verlagsinformation, Kapitelübersicht, Abstracts >>>

Die Verstrickungen zwischen ethnographischen Objekten und dem deutschen Kolonialismus sind längst kein Geheimnis mehr. Der Einfluss wissenschaftlicher Expeditionen auf die Aneignung von Objekten ist hingegen weniger bekannt. In den Jahren 1912 und 1913 erforschte die Kaiserin-Augusta-Fluss-Expedition die Sepik-Region in Deutsch-Neuguinea. Anhand ausgewählter Objektbiografien aus der Ethnologischen Sammlung in Göttingen und mithilfe der historischen Provenienzforschung betrachtet Sara Müller den gesamten Kontext der Aneignung der Objekte. Sie werden so zu Zeugen von wirtschaftlicher Ausbeutung, politischen Interessen, Gewalt gegen Menschen sowie der Logistik und dem Umgang mit Objekten in deutschen Sammlungen im 20. Jahrhundert.

Benin-Bronzen – Kontext:  Raubkunst.
Deutsche Museen wollen koloniale Kontexte aufarbeiten
(ZEIT online, 02.02.2022) – Vgl.: „Geschichte der Dinge“. 
LWL-Wanderausstellung zur Herkunft von Objekten in nordrhein-westfälischen Sammlungen
Städtische Museen Freiburg: Freiburg und Kolonialismus: Gestern? Heute! 
(OnlineSammlung) >>>

Sonderausstellung  2024 / 2025:
Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe (Blog).
LWL-Museum, Zeche Zollern Dortmund 

> Marianne Bechhaus-Gerst/Stefanie Michels/Fabian Fechner (Hg.): Nordrhein-Westfalen und der Imperialismus. Berlin: Metropol 2022, 484 S., Abb.
Verlagsinformation, Inhaltsverzeichnis, Rezensionen >>>

> Sebastian Bischoff /
Barbara Frey / 
Andreas Neuwöhner (Hg.): Koloniale Welten in Westfalen
Studien und Quellen zur Westfälischen Geschichte,
Bd. 89. Paderborn: Schöningh (Brill) 2021, 338 S., Abb.

Verlagsinfo/ Inhaltsverzeichnis >
 
> Stadtgeschichte Iserlohn: Die koloniale Seite
 
> Hemer: Großunternehmer und Sklavenhändler aus dem Sauerland: Friedrich von Romberg 
(Dokumentationen und Diskurse, 30.03.2021 u.ö.)
 Relief oberhalb der ehem. Eingangstreppe des von Romberg und Lürmann finanzierten Hauses in Hemer-Sundwig (Stephanopel).
Inschrift: „Zum Vorgebirge der Guten Hoffnung“ – gemeint ist das Kap der Guten Hoffnung,
das auch Rombergs Schiffe umfuhren.